Anfang Oktober erhielten die frischgebackenen Fünftklässlerinnen und -klässler der Herzog-Tassilo-Realschule einen Crashkurs in Sachen WhatsApp und Klassenchats.
Referentin Birgit Zwicknagel von den „Computermäusen“, einer Jugendschutz-Initiative für den sicheren Umgang mit den Digitalen Medien, erklärte auf kurzweilige Art, worin bei diesen Chats die Tücken liegen, welche Einstellungen vorgenommen werden sollten und welche Art von Nachrichten sinnvoll bzw. zu vermeiden sind. Eltern sollten bei Kindern regelmäßig – nicht unbedingt täglich, aber doch zwei- bis dreimal pro Woche – den Klassenchat kontrollieren. Denn leider führen hier die Rangliste unter den problematischen oder gar verbotenen Inhalten rechtsradikale Symbole und Ausdrücke, Sexting und Gewaltdarstellungen an, Inhalte, die man seinem Sohn oder seiner Tochter nicht zumuten möchte. Zwicknagel beschrieb zudem, was es mit den unterschiedlichen Altersbeschränkungen diverser Apps auf sich hat. So sind Apps ab 0 oder 6 Jahren beispielsweise unbedenklich, die Freigabe „ab 12 Jahren“ ist dagegen aufgrund ihrer schwammigen Aussagekraft sehr fragwürdig. Auch auf weitere Apps und Spiele wie Fortnite, Roblox, GTA oder Fifa ging die Referentin ein. Den allseits beliebten, da oft lustigen und leicht zu konsumierenden „Shorts“ (sehr kurze Clips auf Social Media) kann Birgit Zwicknagel nichts abgewinnen. Sie polen das Gehirn der Heranwachsenden auf kurze Inhalte und sorgen bei anhaltender Betrachtung dafür, dass das Konzentrationsvermögen deutlich nachlässt. Grundsätzlich sind Social Media wie TikTok, Snapchat und Instagram für Kinder ungeeignet, insbesondere auf TikTok finden sich extrem viele jugendgefährdende Inhalte. Zwicknagel stellte deutlich heraus, dass das Anschauen gewaltverherrlichender Bilder und Videos die Schülerinnen und Schüler emotional abstumpfen lässt. Dies kann auch auf die berufliche Zukunft Auswirkungen haben, da dieses Abstumpfen bei psychologischen Einstellungstests erkannt wird und laut der Expertin zum Ausschluss vom weiteren Bewerbungsverfahren führen kann. Als Fazit lässt sich festhalten, dass nicht nur die Kinder von Aufklärung dieser Art profitieren, sondern auch für die Eltern wichtig ist, sich zu informieren und dafür zu sorgen, dass wenigstens von 20 Uhr bis 06:30 Uhr eine Ruhepause von Games, Chats und Social Media eingehalten wird.
